Eine E-Mail mit angeblich günstigen Gebrauchtwagen von Sixt Car Sales landete in unserem Postfach. Im Anhang: zwei Fahrzeugkataloge mit insgesamt 42 Autos und Transportern, teilweise rund 30 Prozent unter den angegebenen Originalpreisen. Wir wollten wissen, ob sich dahinter tatsächlich attraktive Angebote verbergen. Doch bei unserer Recherche stießen wir auf auffällige Parallelen zu einer bereits bekannten Betrugsmasche.
Die Nachricht hat bei uns noch eine andere Frage aufgeworfen: Lohnt es sich überhaupt, einen ehemaligen Mietwagen von Sixt, Europcar, Hertz oder einem anderen Autovermieter zu kaufen? Schließlich werden diese Fahrzeuge oft von zahlreichen unterschiedlichen Menschen gefahren. Sind solche Autos am Ende ihrer Mietwagenkarriere technisch heruntergewirtschaftet oder können Käufer hier tatsächlich Geld sparen?
Wir haben uns die verdächtigen Verkaufsunterlagen genauer angesehen, recherchiert, wie ehemalige Mietwagen verkauft werden, und geprüft, welche Vor- und Nachteile beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten sind.

Beim Kauf eines ehemaligen Mietwagens sollten Fahrzeugzustand, Vertragsunterlagen und mögliche Vorschäden vor der Schlüsselübergabe sorgfältig geprüft werden.
Eine Sixt-Verkaufs-E-Mail landete in unserem Postfach
Ausgangspunkt unserer Recherche war eine E-Mail, die wir selbst erhalten haben. Darin wurden angeblich kurzfristig verfügbare Pkw und Nutzfahrzeuge aus einem Fahrzeugverkauf im Kundenauftrag angeboten.
Die Nachricht war professionell formuliert. Neben einer Unternehmensanschrift enthielt sie verschiedene Garantiezusagen, einen Hinweis auf die Fahrzeuglieferung und das Angebot, vollständige Exposés zu einzelnen Modellen anzufordern.
Im Anhang fanden wir zwei umfangreiche Fahrzeugkataloge mit Stand Oktober 2026.
Der erste Katalog umfasst 17 Seiten und enthält 32 Pkw. In einem zweiten Dokument werden auf sechs Seiten weitere zehn Nutzfahrzeuge angeboten.
Darunter befinden sich Modelle von Audi, BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz, Opel und Ford.
Bis zu 30 Prozent Rabatt und Lieferung bis vor die Haustür
Besonders interessant klangen zunächst die angebotenen Konditionen.
Laut E-Mail sollten sämtliche Fahrzeuge kurzfristig verfügbar und innerhalb von fünf bis sieben Werktagen lieferbar sein. Der Transport nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz sollte kostenlos erfolgen.
Außerdem wurden eine siebentägige Geld-zurück-Garantie mit kostenloser Rückführung und eine einjährige Gebrauchtwagengarantie versprochen.
Die Fahrzeuge seien unfallfrei, technisch überprüft und in einem sehr guten Zustand.
Das klingt nach einem bequemen Gebrauchtwagenkauf: Auto auswählen, bezahlen und wenige Tage später liefern lassen.
Genau diese Kombination aus günstigen Preisen, schnellen Lieferzusagen und umfangreichen Garantien hat uns allerdings skeptisch gemacht.

Eine unerwartete Sixt-Verkaufs-E-Mail mit 42 Fahrzeugangeboten machte uns stutzig. Wir haben nachgeforscht und klären, ob sich der Kauf ehemaliger Mietwagen von Sixt, Europcar und Co. wirklich lohnt – oder ob Ihr besser vorsichtig sein solltet.
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Unsere Preisprüfung: Sechs Beispiele aus den Katalogen
Wir haben die in den Unterlagen aufgeführten Original- und Angebotspreise miteinander verglichen.
Dabei fiel auf, dass die rechnerischen Preisnachlässe bei mehreren Fahrzeugen auffällig einheitlich ausfallen.
| Fahrzeug | Angeblicher Originalpreis | Katalogpreis | Rechnerischer Rabatt |
|---|---|---|---|
| Audi Q8 | 67.880 € | 47.550 € | 29,9 % |
| BMW 540 | 61.550 € | 42.990 € | 30,2 % |
| VW Passat | 33.330 € | 23.330 € | 30,0 % |
| Opel Astra | 21.800 € | 15.300 € | 29,8 % |
| Fiat 500 | 10.550 € | 7.400 € | 29,9 % |
| Ford Transit Custom | 30.950 € | 21.650 € | 30,0 % |
Quelle: Von uns erhaltene, nicht authentifizierte Fahrzeugkataloge mit Stand Oktober 2026. Die Rabatte wurden anhand der dort genannten Preise berechnet und gerundet.
Beim Audi Q8 beträgt der angegebene Preisunterschied immerhin 20.330 Euro. Beim BMW 540 sind es 18.560 Euro.
Allerdings darf man solche Zahlen nicht mit einer tatsächlichen Ersparnis gegenüber dem Gebrauchtwagenmarkt verwechseln.
Ob ein Fahrzeug wirklich günstig ist, hängt von seiner Erstzulassung, Laufleistung, Motorisierung, Ausstattung und dem technischen Zustand ab. Die im Katalog genannten Originalpreise sind keine unabhängig ermittelten Marktwerte.
Wir haben die Katalogpreise rechnerisch verglichen, nicht aber die Echtheit oder den tatsächlichen Marktwert der einzelnen Fahrzeugangebote bestätigt.
Warum uns die Sixt-Mail zunehmend verdächtig vorkam
Bei unserer weiteren Recherche entdeckten wir eine Warnmeldung, die erstaunlich gut zu der Nachricht in unserem Postfach passte.
Am 25. März 2026 veröffentlichte die österreichische Verbraucherplattform Watchlist Internet einen Bericht über Vorschussbetrug im Namen von Sixt Car Sales.
Dort wurde ein Fall beschrieben, bei dem Kriminelle vermeintliche Sixt-Gebrauchtwagen über einen professionell gestalteten Fahrzeugkatalog angeboten hatten.
Die Käufer sollten den Fahrzeugpreis im Voraus überweisen. Eine Lieferung erfolgte anschließend nicht.
Was uns besonders auffiel: Die im damaligen Betrugsfall verwendeten Formulierungen zu Lieferzeiten, Logistikunternehmen, Rückgaberecht und Garantie stimmen nahezu wortgleich mit Teilen unserer E-Mail überein.
Auch das genannte Logistikunternehmen taucht in beiden Nachrichten auf. Watchlist Internet stellte allerdings klar, dass der reale Dienstleister mit der dokumentierten Betrugsmasche nichts zu tun hatte.
Eine weitere Unstimmigkeit entdeckten wir direkt in unseren Unterlagen: In der E-Mail wird von einem September-Katalog gesprochen, obwohl die beiden Anhänge ausdrücklich auf Oktober 2026 datiert sind.
Sind unsere Kataloge damit eindeutig gefälscht?
Nein. Eine unabhängige Bestätigung der Herkunft liegt uns bislang nicht vor. Die auffälligen Übereinstimmungen mit einem nachgewiesenen Betrugsfall geben jedoch einen guten Grund, vor einer Zahlung genau hinzusehen.
Der Bundesverband freier Kfz-Händler hatte ebenfalls bereits vor Identitätsmissbrauch und gefälschten Fahrzeugangeboten im Namen von Sixt Car Sales gewarnt.
Kann man ehemalige Mietwagen von Sixt, Europcar oder Hertz überhaupt kaufen?
Die verdächtige E-Mail brachte uns auf eine grundsätzliche Frage: Was geschieht eigentlich mit Autos, die nicht mehr für die Vermietung eingesetzt werden?
Autovermieter erneuern ihre Fahrzeugbestände regelmäßig. Ein ausgemusterter Mietwagen ist deshalb nicht automatisch alt oder technisch verbraucht.
Nach seiner Zeit in der Vermietung kann ein Fahrzeug auf verschiedenen Wegen weiterverkauft werden.
Ein Teil gelangt direkt über Verkaufsangebote der Vermietunternehmen an neue Eigentümer. Andere Fahrzeuge werden an Händler, Hersteller oder über Fahrzeugauktionen weitergegeben.
Dadurch können ehemalige Mietwagen auch bei ganz gewöhnlichen Gebrauchtwagenhändlern auftauchen.
Sixt Car Sales verkauft tatsächlich ehemalige Mietwagen
Der Verkauf gebrauchter Mietwagen unter dem Namen Sixt ist grundsätzlich ein echtes Geschäftsmodell.
Sixt bestätigt auf seiner offiziellen Hilfeseite zum Fahrzeugkauf, dass in Deutschland ehemalige Fahrzeuge aus der Vermietflotte sowohl über Sixt Car Sales als auch über unabhängige Partnerhändler angeboten werden.
Auf der Webseite von Sixt Car Sales werden neben ehemaligen Mietfahrzeugen auch Leasingrückläufer, Jahreswagen und weitere Fahrzeugarten beschrieben.
Am Standort Garching bei München sind nach Angaben des Unternehmens Besichtigungen und nach vorheriger Terminvereinbarung auch Probefahrten möglich.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zu dem dokumentierten Betrugsfall, bei dem eine persönliche Fahrzeugbesichtigung nicht zugelassen wurde.
Und was ist mit Europcar, Hertz und anderen Autovermietern?
Auch Fahrzeuge anderer großer Autovermieter gelangen nach ihrer Einsatzzeit auf den Gebrauchtwagenmarkt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Anbieter jederzeit einen eigenen Direktverkauf für Privatkunden betreibt.
Europcar, Hertz und weitere Vermietunternehmen können Fahrzeuge beispielsweise über Handelspartner, Rückkaufvereinbarungen oder Fahrzeugauktionen abgeben.
Wer einen solchen Wagen kaufen möchte, findet ihn möglicherweise nicht auf der Webseite des ursprünglichen Vermieters, sondern bei einem unabhängigen Autohaus.
Entscheidend ist dann, dass der Verkäufer die Fahrzeughistorie offenlegt und die Verkaufsberechtigung nachvollziehbar ist.
Sind ehemalige Mietwagen heruntergeschrubbt?
Das ist vermutlich die größte Sorge beim Kauf eines früheren Mietfahrzeugs.
Ein Mietwagen wird möglicherweise innerhalb weniger Monate von zahlreichen Menschen gefahren. Manche behandeln das Auto sehr sorgfältig, andere weniger.
Anders als bei einem privat genutzten Fahrzeug lässt sich aus der Zahl der eingetragenen Vorhalter kaum ableiten, wie viele Personen tatsächlich am Steuer saßen.
Viele Fahrer bedeuten aber nicht automatisch einen schlechten Fahrzeugzustand.
Die tatsächliche Beanspruchung hängt vor allem davon ab, wie und wo das Auto eingesetzt wurde, welche Wartungen durchgeführt wurden und ob Schäden fachgerecht beseitigt wurden.
Stadtverkehr: Kupplung, Bremsen und Fahrwerk können stärker beansprucht werden
Ein Mietwagen, der überwiegend im Stadtverkehr unterwegs war, kann vielen kurzen Fahrten, häufigem Anfahren und wiederholten Parkmanövern ausgesetzt gewesen sein.
Je nach Fahrzeug und Nutzung können dadurch bestimmte Bauteile stärker beansprucht werden.
Dazu gehören beispielsweise Bremsen, Kupplung bei Schaltwagen, Reifen und Fahrwerk.
Auch Schäden an Felgen, Stoßfängern oder Außenspiegeln sind mögliche Hinweise auf intensive Nutzung.
Solche Gebrauchsspuren bedeuten nicht zwangsläufig, dass das Auto technisch schlecht ist. Sie sollten aber bei einer Besichtigung berücksichtigt werden.
Autobahnkilometer sind nicht automatisch schlechter
Ein ehemaliger Mietwagen mit höherem Kilometerstand muss nicht stärker verschlissen sein als ein Fahrzeug mit deutlich weniger Kilometern.
Lange Fahrten bei gleichmäßiger Geschwindigkeit können für bestimmte Bauteile weniger belastend sein als zahlreiche Kurzstrecken mit häufigen Kaltstarts.
Das heißt nicht, dass Autobahnfahrzeuge generell besser sind.
Es zeigt vielmehr, warum der Kilometerstand allein keine ausreichende Aussage über den technischen Zustand erlaubt.
Werden Mietwagen regelmäßig gewartet?
Größere Autovermieter müssen dafür sorgen, dass ihre Fahrzeuge verkehrssicher und einsatzfähig bleiben. Wartungs- und Reparaturabläufe sind daher ein wichtiger Bestandteil des Flottenbetriebs.
Das ist grundsätzlich ein Vorteil gegenüber einem Gebrauchtwagen, dessen Wartungshistorie kaum nachvollziehbar ist.
Allerdings sollte niemand allein aufgrund des Namens eines großen Vermieters davon ausgehen, dass jedes Fahrzeug lückenlos gewartet wurde.
Lasst Euch deshalb die tatsächlichen Wartungsnachweise zeigen.
Besonders wichtig sind dokumentierte Inspektionen, Werkstattrechnungen, Informationen über Unfallschäden und gegebenenfalls bereits durchgeführte größere Reparaturen.
Ein gepflegter Innenraum und frisch aufbereiteter Lack ersetzen diese Nachweise nicht.
Gebrauchte Mietwagen kaufen: Die Vorteile und Nachteile im Überblick
Ob sich der Kauf lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ehemalige Mietwagen haben einige Eigenschaften, die attraktiv sein können, aber auch Risiken mit sich bringen.
| Mögliche Vorteile | Mögliche Nachteile |
|---|---|
| Häufig noch relativ junge Fahrzeuge | Viele unterschiedliche Fahrer |
| Teilweise gute Ausstattung | Unterschiedliche Fahrweisen |
| Potenziell günstiger als vergleichbare Gebrauchtwagen | Möglicherweise stärkere Gebrauchsspuren |
| Dokumentierte Wartung kann vorhanden sein | Nutzungshistorie nicht immer vollständig nachvollziehbar |
| Größere Auswahl über den Gebrauchtwagenhandel | Wiederverkaufswert kann durch frühere Mietwagennutzung beeinflusst werden |
| Teilweise noch Herstellergarantie | Mögliche Vorschäden müssen sorgfältig geprüft werden |
Wann kann sich ein ehemaliger Mietwagen lohnen?
Ein ehemaliges Mietfahrzeug kann ein guter Kauf sein, wenn der Preis unter Berücksichtigung der Laufleistung und der Vorgeschichte attraktiv ist.
Besonders interessant können jüngere Fahrzeuge sein, bei denen Wartungen und frühere Schäden nachvollziehbar dokumentiert wurden.
Auch eine noch bestehende Herstellergarantie kann hilfreich sein. Dabei muss allerdings geprüft werden, ob die jeweiligen Bedingungen erfüllt sind und welche Leistungen noch gelten.
Ein echter Preisvorteil liegt nur dann vor, wenn Ihr ein vergleichbares Fahrzeug mit ähnlicher Ausstattung, Erstzulassung, Motorisierung und Laufleistung als Maßstab verwendet.
Der ursprüngliche Listenpreis eines Neuwagens ist dafür nur eingeschränkt geeignet.
Wann würden wir eher vom Kauf abraten?
Kritisch sehen wir insbesondere Fahrzeuge, bei denen wichtige Unterlagen fehlen oder der Verkäufer auf konkrete Fragen ausweichend reagiert.
Vorsicht wäre beispielsweise angebracht, wenn keine nachvollziehbare Wartungshistorie vorhanden ist, Unfallschäden nicht eindeutig geklärt werden können oder eine unabhängige Fahrzeugprüfung verweigert wird.
Auch ein auffällig niedriger Preis sollte niemals der einzige Kaufgrund sein.
Ein vermeintlich günstiger Gebrauchtwagen kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Reparaturen anfallen.
Worauf sollte man beim Kauf eines ehemaligen Mietwagens besonders achten?
Für unsere Einordnung haben wir unter anderem die Empfehlungen des ADAC zum sicheren Gebrauchtwagenkauf herangezogen.
Neben den üblichen Prüfungen ist bei Mietwagen vor allem eine möglichst transparente Nutzungshistorie wichtig.
1. Nach der früheren Nutzung fragen
Lasst Euch bestätigen, ob das Fahrzeug tatsächlich als Mietwagen eingesetzt wurde.
Fragt auch, ob Angaben zum Zeitraum der Vermietung, zu bekannten Schäden und zu Wartungen vorliegen.
Die konkrete Nutzungsart lässt sich nicht immer vollständig rekonstruieren. Je mehr Dokumente vorhanden sind, desto besser könnt Ihr den Zustand einschätzen.
2. Wartungsunterlagen und Fahrzeugpapiere prüfen
Kontrolliert die Servicehistorie und die vorhandenen Rechnungen.
Die Fahrzeugidentifikationsnummer muss mit den Papieren und dem Fahrzeug übereinstimmen.
Besonders wichtig ist, dass größere Reparaturen und bekannte Unfallschäden nachvollziehbar dokumentiert wurden.
3. Karosserie, Innenraum und Reifen untersuchen
Viele Schäden zeigen sich erst bei genauer Betrachtung.
Achtet auf Lackunterschiede, ungleichmäßige Spaltmaße, beschädigte Felgen, abgefahrene Reifen und ungewöhnliche Geräusche.
Dass eine gründliche Zustandskontrolle wichtig ist, gilt bereits bei der normalen Mietwagenübernahme. Dort helfen Fotos und ein vollständiges Schadensprotokoll, bestehende Mängel zu dokumentieren.
Beim späteren Gebrauchtwagenkauf kann eine übersehene Beschädigung wesentlich höhere finanzielle Folgen haben.
4. Eine ausführliche Probefahrt machen
Fahrt nicht nur einmal um den Block.
Eine Probefahrt sollte unterschiedliche Fahrsituationen ermöglichen. Achtet dabei unter anderem auf das Lenkverhalten, die Bremsen, die Schaltung beziehungsweise das Automatikgetriebe und auffällige Geräusche.
Wenn möglich, sollte das Fahrzeug bereits vor der Fahrt besichtigt werden, bevor es warmgefahren wurde.
5. Einen unabhängigen Gebrauchtwagencheck durchführen lassen
Gerade bei höherpreisigen Autos kann eine technische Prüfung durch eine unabhängige Fachwerkstatt oder Prüforganisation sinnvoll sein.
Dabei können mögliche Mängel erkannt werden, die bei einer gewöhnlichen Besichtigung übersehen werden.
Verweigert der Verkäufer eine solche Prüfung ohne nachvollziehbaren Grund, würden wir besonders vorsichtig werden.
6. Kaufvertrag und Garantiebedingungen verstehen
Vor der Unterschrift sollte klar sein, wer das Fahrzeug rechtlich verkauft.
Ein Verkauf im Kundenauftrag ist nicht grundsätzlich problematisch. Allerdings müssen die Eigentums- und Vertretungsverhältnisse nachvollziehbar sein.
Beim gewerblichen Gebrauchtwagenkauf besteht grundsätzlich eine gesetzliche Sachmängelhaftung. Eine zusätzlich angebotene Gebrauchtwagengarantie ist davon zu unterscheiden.
Wie wichtig der genaue Blick auf Vertragsbedingungen ist, kennen viele bereits von versteckten Kosten und Klauseln bei Mietwagenverträgen.
Beim Fahrzeugkauf geht es häufig um erheblich höhere Beträge. Deshalb gehören alle wesentlichen Zusagen schriftlich in die Vertragsunterlagen.
So erkennt Ihr echte Fahrzeugangebote und mögliche Betrugsversuche
Zurück zu der E-Mail, die unsere Recherche ausgelöst hat.
Der Verkauf ehemaliger Mietwagen ist ein völlig legitimer Geschäftszweig. Kriminelle können sich jedoch genau diesen Umstand zunutze machen, indem sie bekannte Unternehmensnamen missbrauchen.
Bei einem seriösen Kauf sollte es möglich sein, Verkäufer, Fahrzeug und Vertragsbedingungen unabhängig zu überprüfen.
Besonders kritisch sind folgende Warnsignale:
- Ein unaufgeforderter Fahrzeugkatalog mit ungewöhnlich hohen Rabatten.
- Eine Absenderadresse, die nicht eindeutig dem angeblichen Unternehmen zugeordnet werden kann.
- Keine Möglichkeit zur Fahrzeugbesichtigung.
- Vollständige Vorauszahlung an einen unbekannten Zahlungsempfänger.
- Ein Kaufvertrag mit unklarer Verkäuferidentität.
- Starker Zeitdruck oder ausweichende Antworten auf konkrete Fragen.
Keine dieser Auffälligkeiten beweist für sich allein einen Betrug. Treffen mehrere zusammen, ist jedoch besondere Vorsicht angebracht.
Sixt Car Sales unabhängig kontaktieren
Sixt Car Sales nennt auf seiner offiziellen Webseite einen Standort in Garching bei München, an dem Fahrzeuge besichtigt werden können.
Die veröffentlichte Kontaktadresse lautet:
Sixt Car Sales – München-Garching
Gutenbergstraße 4, 85748 Garching bei München
Telefon: +49 89 32198321
E-Mail: [email protected]
Offizielle Webseite: sixtcarsales.de
Kontaktdaten geprüft am 23. Oktober 2026.
Wer ein verdächtiges Angebot erhält, sollte beim Unternehmen nachfragen, ob das betreffende Fahrzeug tatsächlich verfügbar ist.
Wichtig ist, dafür selbst recherchierte Kontaktdaten zu verwenden und nicht ausschließlich Angaben aus der erhaltenen E-Mail.
Bereits Geld für einen angeblichen Mietwagen überwiesen?
Wer auf ein möglicherweise gefälschtes Verkaufsangebot hereingefallen ist, sollte möglichst schnell handeln.
Kontaktiert sofort Eure Bank und erkundigt Euch, ob ein Rückruf der Überweisung möglich ist. Eine Rückholung kann nicht garantiert werden.
Bewahrt außerdem alle Unterlagen auf, darunter E-Mails, Fahrzeugkataloge, Kaufverträge, Zahlungsbelege und Nachrichtenverläufe.
Anschließend sollte der Vorgang bei der Polizei angezeigt werden.
Wichtig ist auch, keine zusätzlichen Zahlungen für angebliche Transportkosten, Versicherungen oder Bearbeitungsgebühren zu leisten, solange der tatsächliche Verkäufer und die Forderungen nicht unabhängig überprüft wurden.
Unser Fazit: Ehemalige Mietwagen können sich lohnen – aber nicht jedes Angebot ist ein Schnäppchen
Unsere Recherche begann mit einer unerwarteten E-Mail und zwei Fahrzeugkatalogen, die auf den ersten Blick durchaus interessante Gebrauchtwagenangebote enthielten.
Bei der genaueren Prüfung fanden wir jedoch auffällige Übereinstimmungen mit einer bereits dokumentierten Betrugsmasche im Namen von Sixt Car Sales.
Ob die konkreten Oktober-Kataloge tatsächlich gefälscht sind, konnten wir bislang nicht abschließend feststellen. Eine unabhängige Bestätigung durch Sixt Car Sales liegt uns zu diesen Dokumenten nicht vor.
Die Recherche hat uns aber auch gezeigt, dass der Kauf eines ehemaligen Mietwagens grundsätzlich eine interessante Alternative zum klassischen Gebrauchtwagen sein kann.
Ein früherer Mietwagen ist nicht zwangsläufig schlechter, nur weil viele verschiedene Menschen damit gefahren sind. Ebenso wenig ist er automatisch besser, weil er aus der Flotte eines bekannten Autovermieters stammt.
Entscheidend sind der tatsächliche technische Zustand, die dokumentierte Wartung, bekannte Vorschäden und ein fairer Marktpreis.
Unsere Einschätzung: Ein gut gewarteter ehemaliger Mietwagen mit nachvollziehbarer Historie und attraktivem Preis kann sich durchaus lohnen. Wer dagegen nur wegen eines außergewöhnlich hohen Rabatts zugreift, ohne das Fahrzeug und den Verkäufer zu prüfen, geht ein unnötiges Risiko ein.
Wie seht Ihr das? Würdet Ihr einen ehemaligen Mietwagen von Sixt, Europcar oder Hertz kaufen? Oder hättet Ihr Bedenken, weil die Fahrzeuge von so vielen unterschiedlichen Menschen gefahren werden? Vielleicht habt Ihr selbst bereits einen ausgemusterten Mietwagen gekauft und könnt berichten, wie zuverlässig er sich im Alltag erwiesen hat.
Wir freuen uns auf Eure Erfahrungen und Einschätzungen in den Kommentaren.
Quellen und redaktionelle Transparenz
Ausgangspunkt dieses Artikels war eine von uns selbst erhaltene Verkaufs-E-Mail mit zwei Fahrzeugkatalogen vom Oktober 2026. Die darin enthaltenen 42 Angebote haben wir hinsichtlich ihrer Preisangaben und auffälliger Verkaufsversprechen untersucht.
Die Echtheit dieser konkreten Verkaufsangebote wurde nicht bestätigt. Auch eine Stellungnahme von Sixt Car Sales zu den uns zugesandten Oktober-Unterlagen liegt bislang nicht vor.
Zur Einordnung haben wir folgende Quellen verwendet:
- Watchlist Internet – Vorschussbetrug im Namen von Sixt Car Sales
- Bundesverband freier Kfz-Händler – Warnung vor gefälschten Fahrzeugangeboten
- Sixt – Offizielle Informationen zum Kauf ehemaliger Mietwagen
- Sixt Car Sales – Informationen zum Gebrauchtwagenverkauf
- ADAC – Worauf Ihr beim Gebrauchtwagenkauf achten solltet
- Polizeiliche Kriminalprävention – Vorsicht bei Vorkasse
Redaktioneller Stand: 23. Oktober 2026.